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Rotatorenmanschettenruptur

Rotatorenmanschettenruptur

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrte Patienten,

hier möchten wir Ihnen Informationen über das Krankheitsbild der Rotatorenmanschettenruptur/Sehnenriss der Schulter geben.

Was ist die Rotatorenmanschette?

Die Rotatorenmanschette ist eine Gruppe von 4 Muskeln, welche hauptsächlich für die Bewegung im Schultergelenk verantwortlich sind.
Dies sind Musculus Supraspinatus für das seitliche Abheben des Armes (Abduktion), der Musculus infraspinatus für das Außendrehen (Außenrotation), Musculus subscapularis für das Innendrehen (Innenrotation) und der Musculus teres minor für Außendrehen und nach Hinten führen des Armes (Retroversion).
Zusätzlich gibt es noch Hilfsmuskeln wie z.B. den Musculus deltoideus oder die Muskulatur um das Schulterblatt, die die Rotatorenmanschette ergänzen oder bei Ausfall unterstützen können. So erklärt es sich, daß auch bei Rissen und Verletzungen der Rotatorenmanschettenmuskulatur die Beweglichkeit annähernd normal sein kann.

Abb.1 Anatomie der Rotatorenmanschette (mit Riss)

Wie sind die typischen Symptome?

Zu unterscheiden sind unfallbedingte Risse bei sonst gesunder Sehne, die nach einem Sturz zu Schmerzen und vor allem Bewegungseinschränkungen führen.
Weitaus häufiger sind die chronischen verschleißbedingten Risse. Hier sind die Beschwerden oft wechselhaft und teilweise auch gering. So haben z.B. über 70% der 70-jährigen Risse dieser Sehnen, wovon die meisten beschwerdefrei sind.

Was ist die Ursache der Rotatorenmanschettenruptur?

Einerseits kann es durch Sturz und vor allem bei einem Auskugeln der Schulter (Schulterluxation) zu einem Riss der Sehnen kommen.
Bei den häufigeren chronischen Rupturen sind die Ursachen vielfältig.
Vermutlich kommt es durch unseren zunehmend sitzenden Lebensstil mit nicht optimaler Körperhaltung zu einer übermäßigen Belastung der vorderen Sehnenanteile und des darunterliegenden Schleimbeutels, weil die Wirbelsäule nicht korrekt aufgerichtet ist und somit das Schulterblatt eine Neigung nach vorne bekommt. Diese chronische Reizung führt über eine Schleimbeutelentzündung und wiederholte Irritation der Sehne zu einer schrittweisen Schädigung der Sehne.
Zusätzlich ist die Durchblutung am Ansatz der Sehne am Knochen schlecht und hier ist die häufigste Stelle der Supra- und Infraspinatussehnenruptur.
Außerdem kann es vor allem bei Schädigungen des Bizepssehnenapparates zu einer Schädigung des vorn liegenden Subscapularismuskels kommen. Der Musculus teres minor ist selten betroffen.

Abb.2 verschiedene Rissformen der Rotatorenmanschette

Können die Beschwerden auch andere Ursachen haben?

Ein reines Impingementsyndrom, Kalkschulter oder eine Schleimhautentzündung (Frozen shoulder) oder flüssigkeitsgefüllte Strukturen (Ganglionzysten) mit Nervenbeteiligung können ähnliche Beschwerden hervorrufen.
Außerdem kann die Ursache auch in der Halswirbelsäule liegen.
Hier können chronische Muskelverspannungen und insbesondere Irritationen der 5. oder 6.Halsnervenwurzel durch Bandscheibenvorfälle oder Arthrose der Wirbelsäule Schulterschmerzen verursachen. Die Unterscheidung ist bei Vorliegen mehrerer Schädigungen z.B.im höheren Alter nicht immer einfach, aber durch unser interdisziplinäres Ärzteteam mit Wirbelsäulen- und Schulterspezialisten können wir Ihnen eine höchstmögliche Expertise garantieren.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zunächst werden einige spezifische Tests/Untersuchungen durchgeführt, die zeigen, ob bereits Funktionseinschränkungen bestehen. Röntgen und Ultraschall sind ebenfalls hilfreich, um schnell eine Orientierung zu bekommen. Komplette Risse lassen sich auch im Ultraschall nachweisen Zur Planung einer Operation und zum Beurteilen anderer Begleiterkrankungen, die evtl. mit behandelt werden müssen, ist eine MRT notwendig.

Abb. 3 MRT-Bild eines Risses der Supraspinatusseehne

Wie läuft die Behandlung ab?

Hier muss man die Ursache der Sehnenschädigung beachten.

  1. Bei unfallbedingten Rissen ist fast immer eine Operation so schnell wie möglich notwendig, da sich der Muskel, der an der Sehne ansetzt, innerhalb weniger Monate zurückbilden und verfetten kann und dann ist eine Funktionswiederherstellung des Muskels nicht mehr möglich. Dies betrifft speziell junge Patienten, aber auch im mittleren Lebensalter bei hohem Anspruch. Hier sollte jeder Versuch unternommen werden, die Sehnen zu reparieren.
  2. Bei bestimmten Verletzungsmustern ist ebenfalls bekannt, dass diese oft fortschreiten, die Risse zunehmen und die Ergebnisse nach verspäteter Operation schlechter sind. Dies sind z.B. Risse des Musculus subscapularis bei luxierter langer Bizepssehne oder Supraspinatussehnenrisse mit Verletzung einer stabilen Aufhängungsstruktur („Rotator cable“).
  3. Bei anderen chronischen Rissen, speziell am hinteren Anteil der Supraspinatussehne kann auch erst konservativ mit Schmerztherapie, Cortisongabe und vor allem Physiotherapie behandelt werden. Bei diesen Rissformen ist bekannt, dass sie nur langsam Fortschreiten und oft Beschwerdefreiheit ohne Operation erzielt werden kann. Dies erklärt sich durch bestimmte Aufhängunspunkte der Sehnen und die Unterstützung durch die benachbarte Muskulatur.
    Auch bestimmte Teileinrisse der Sehnen können abwartend behandelt werden.

Wann ist die Operation nötig?

Bei allen akuten Rissen (1.) und unter den unter Punkt 2 genannten Verletzungen. Außerdem, wenn sich bei den unter 3. genannten Verletzungen nach 3-6 Monaten keine Besserung erzielen lässt.

Wie läuft die Operation ab?

Die Operation erfolgt in Vollnarkose. Da die Operation für 24-48 h schmerzhaft sein kann, wird oft vor der Operation ein Schmerzkatheter angelegt Zunächst wird über zwei kleine Schnitte eine Kamera und ein Tasthaken eingeführt und das Gelenk untersucht. Insofern nötig, werden zunächst die anderen Operationsschritte durchgeführt. Zuletzt wird nach Beurteilung der Sehne die Naht durchgeführt. Dies geschieht entweder durch einen Schnitt von 4-5 cm (mini-open) oder voll arthroskopsich durch 2-3 kleine Schnitte. Die Ergebnisse sind für beide Techniken gleich.
Anschließend wird am Ende der Operation ein spezielles Schulterkissen angelegt.

Ambulant oder stationär?

Da in den ersten beiden Tagen stärkere Schmerzen auftreten können, empfehlen wir die Anlage eines Schmerzkatheters für 1-2 Tage. Die meisten Patienten bleiben 2 Nächte im Krankenhaus.
Bei guter häuslicher Versorgung ist auch eine ambulante Operation möglich. Hier wird ein einmaliges Schmerzmittel als sog. Schmerzblock gegeben. Durch Verbesserung der Operationstechnik und der Schmerztherapie werden in Zukunft ambulante Operationen zunehmen.
Wir führen die Operation für gesetzlich versicherte Patienten in der Sana -Klinik Nürnberg und für privat versicherte Patienten im MMC Nürnberg, Virnsberger Strasse 75 in Nürnberg durch.
Ambulante Operationen bei gesetzlich Versicherten erfolgen im AOZ Fürth, Bahnhofssplatz 6, Fürth.

Wie geht es nach der Operation weiter?

Nach Entlassung wird der operierte Arm auf einem Schulterkissen gelagert. Die Sehne braucht ca. 6 Wochen, um an den Knochen anzuwachsen. In dieser Zeit sind ausschließlich passive Bewegungen erlaubt und es wird für meist 6 Wochen das Kissen getragen.
In dieser Zeit können Sie mit bestimmten Übungen wie dem Table-Slide die Beweglichkeit der Schulter erhalten.
Sie können selbst die Sehnenheilung fördern, indem Sie vor und nach der Operation bestimmte pflanzliche Medikamente einnehmen. (DOI: 10.1007/s12306-015-0364-1 ).
In den ersten 6 Wochen gilt: weniger ist mehr.
Nach 6 Wochen beginnt meist eine ambulante Reha, in der intensiv an der Beweglichkeit und Kontrolle des Armes gearbeitet wird. Nach der Rehabilitation sind Sie dann für die meisten Alltagstätigkeiten bereit und haben ca. 60-70% der Endbeweglichkeit erreicht.
Nächtliche Schmerzen beim Liegen auf der operierten Seite und Belastungsschmerzen sind noch normal. Die gesamte Nachbehandlung dauert bis zu einem Jahr, hier ist Geduld nötig.
Die Fortschritte sind ab jetzt klein, aber stetig!
Leichte Sportarten wie Joggen oder Wassergymnastik sind nach etwa 2 Monaten möglich, schulterbelastende Sportarten sind oft erst nach 12 Monaten möglich.
Insgesamt muss ein guter Mittelweg gefunden werden zwischen zu viel Schonung, um Bewegungseinschränkungen zu vermindern, und zu früher Belastung, um einen erneuten Riss der Sehne zu vermeiden. Im Zweifelsfall bleiben Sie lieber vorsichtig, eine Schulterteilsteife lässt sich deutlich einfach behandeln als ein erneuter Riss.
Details finden sie in unserem Nachbehandlungsschema.

Wann kann ich wieder Sport treiben?

Leichte Sportarten wie Joggen oder Wassergymnastik sind nach etwa 2 Monaten möglich, schulterbelastende Sportarten wie Tennis oder sind oft erst nach 12 Monaten möglich.
Wichtig ist, die operierte Sehne frühestens 6 Monate mit Gewichten- und dann auch sehr vorsichtig- zu belasten, speziell für sog. Abduktion und Außenrotationsbewegungen. Bei sportlichem Anspruch ist einen mehrmonatiges Nachbehandlungsprogramm nötig.

Wann bin ich nach einer Rotatorenmanschettenoperation wieder arbeitsfähig?

Wenn Sie Homeoffice haben, können Sie nach 1-2 Wochen leichte Tätigkeiten ausführen. Die meisten Betroffenen sind erst nach der Reha, also etwas 9 Wochen nach OP, wieder arbeitsfähig. Ab diesem Zeitpunkt dürfen Sie auch wieder Autofahren.
Für Schulterbelastende und körperlich schwere Arbeiten können 3-6 Monate Arbeitsunfähigkeit resultieren.

Welche Probleme können auftreten?

Letztlich bestehen, wie bereits weiter oben erwähnt, 2 typische Probleme.
Erstens der erneute Sehnenriss: dies passiert in bis zu 20% der Operationen. Ursachen sind einerseits schlechte Gewebequalität bei vorgeschädigter Sehne und hohem Lebensalter. Ein weiterer und auch beeinflussbarer Grund ist die zu frühe Belastung in der Rehabilitation. Belasten Sie die Sehne nicht vor 3 Monaten mit Gewichten!
Zweitens kann es durch die Ruhigstellung zu Vernarbungen und Kapselschrumpfungen kommen. Dies führt dazu, dass bei ca. 20 % der Patienten eine einschränkende Bewegungseinschränkung verbleiben kann. In diesen Fällen kann man nach frühestens 6 Monaten eine Verwachsungslösung in einer 2. Operation durchführen. Danach können und sollen Sie die Schulter sofort intensiv beüben. Letztlich ist die Teilsteife der Schulter leichter zu behandeln und geht meist sogar langfristig mit einer besseren Sehnenheilung einher. (DOI: 10.1016/j.jse.2019.11.020 )
Sehr selten kam es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einer Infektion kommen, die Wahrscheinlichkeit beträgt etwa 1 : 1000.
Hier kommt es üblicherweise einige Tage nach der Operation zu zunehmenden Schmerzen und auch Rötung. Diesen Fall ist es wichtig, dass sie sich schnellstmöglich bei uns melden damit wir die entsprechenden Schritte einleiten können, um den gesamten Heilverlauf möglichst zu verkürzen.
Diesem Fall wird dann im Rahmen eines stationären Aufenthaltes das Kniegelenk mehrfach gespült und eine Antibiotika Behandlung durchgeführt, bis die Infektion abgeheilt ist.
In diesen seltenen Fällen dauert der Krankenhausaufenthalt oft 2-3 Wochen.
Wenn die lange Rehabilitationszeit von 6-12 Monaten abgeschlossen ist, können Sie zu 85% mit guten und sehr guten Ergebnissen rechnen.

Gerne beraten wir Sie ausführlich über das für Sie beste Vorgehen.
Ihr Ärzteteam des ZON

Adresse

METROPOL MEDICAL CENTER (MMC), Erlangen-Spardorf

Buckenhofer Str. 4
91080 Spardorf

Kontaktdaten

+49 (0) 9131 81198-80

+49 (0) 9131 81198-99

http://www.orthopaedie-neurochirurgie.com

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Publikationen
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