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Achillessehne

Achillessehne

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
bei Ihnen wurde ein Riss der Achillessehne festgestellt, hier möchten wir Ihnen einen Überblick über die Behandlungsmöglichkeiten und die Verletzung geben.

Was ist die Achillessehne und wie ist diese aufgebaut?

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne im menschlichen Körper mit ca. 80mm² Fläche. Die verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein. Die Muskulatur besteht aus dem oberflächlichen Zwillingswadenmuskel (M. gastrocnemius ), der eher Schnell- und Sprungkraft verleiht und dem tiefen Schollenmuskel (M. soleus), der vor allem für Ausdauer- und Haltekraft sorgt.
Die Achillessehne ist ca. 20 cm lang und setzt an der oberen Rückseite des Fersenbeins an.

Abb. 1 Aufbau der Achillessehne

Welche Verletzungen der Sehne gibt es und wie sind die Symptome?

Es gibt eine Vielzahl von chronischen Veränderungen an der Achillessehne. Diese können Veränderungen und Verkalkungen direkt am Ansatz, die sog. Insertionstendinopathie oder hinterer Fersensporn, Druckschäden durch einen prominenten knöchernen Höcker etwas oberhalb des Ansatzes (Haglund-Exostose) oder die klassische chronische Achillessehnenreizung (Achillodynie) etwa 5 cm oberhalb des Knochenansatzes sein. Ursachen für chronische Veränderungen sind u.a. Fußfehlstellungen, Diabetes, Übergewicht und eine verkürzte Wadenmuskulatur. Hier ist die Behandlung zumeist konservativ.
Der klassische Achillessehnenriss ist ein akutes und schmerzhaftes Ereignis. Typischerweise kommt es durch eine Kombination von Vorschäden (Degeneration) und ein akutes Ereignis, z.B. einen schnellen Antritt beim Sport zu einem Riss. Dann hören die Betroffenen oft ein lautes Geräusch (sog. Peitschenhieb) und haben starke Schmerzen. Die Gehfähigkeit ist dann deutlich eingeschränkt. Die Zehen und der Fuß können durch die tieferliegenden Beuger noch bewegt werden, ein Einbeinstand oder Zehenspitzenstand ist nicht mehr möglich.
Männer sind etwa fünf Mal häufiger als Frauen betroffen, das typische Verletzungsalter liegt zwischen 30-50 Jahren.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Eine komplette akute Ruptur ist eine eindeutige Diagnose, die nur durch Tasten und einen typischen Funktionsverlust (sog. Thompson-Test) vom Arzt gestellt werden kann.
Bei Teilrissen oder starker Schwellung ist ein Ultraschall und gelegentlich eine MRT (Magnetresonanztomographie) sinnvoll, um das Verletzungsausmaß und damit auch die Behandlung zu präzisieren.

Abb. 2. MRT eines Achillessehnenrisses

Wie wird ein Achillessehnenriss behandelt?

Es gibt zwei Optionen: mit Operation oder ohne, also konservativ.
Vereinfacht kann man sagen, dass junge und sportliche Patienten operiert werden müssen, um eine schnelle Rehabilitation und einen geringstmöglichen Funktionsverlust zu ermöglichen.
Alte und kranke Patienten, z.B. mit Diabetes, Durchblutungsstörungen und geringem Anspruch werden meistens konservativ behandelt.
Für eine konservative Therapie müssen außerdem die Rissenden im Ultraschall Kontakt zueinander haben, damit die Sehne heilen kann. Dies überprüfen wir im Ultraschall. Stark zurückgezogene Risse können also nicht konservativ behandelt werden.
Neben diesen beiden Patiententypen („schwarz/weiß“) gibt es natürlich viele Abstufungen, z.B. ältere sportliche Patienten, so dass die Entscheidung für oder gegen eine Operation immer individuell zu treffen ist.

Wie läuft die konservative Therapie ab?

Der Fuß wird in einem sog. Walkerschuh auf 30° Spitzfußstellung eingestellt und der Fuß wird mit Gehstützen entlastet (max. 20 kg Teilbelastung).
Unter Ultraschallkontrolle wird die Sehnenheilung geprüft. Alle 2 Wochen wird der Schuh etwas flacher eingestellt und nach 4-6 Wochen kann im Schuh eine leichte Belastung begonnen werden.
In dieser gesamten Zeit müssen Thrombosespritzen gegeben werden.
Nach ca. 6 Wochen wird der Walker abtrainiert und es erfolgt der schonende Übergang zur Vollbelastung. Oft empfehlen wir für weitere 6 Wochen einen Silikon-Fersenkeil, um die Sehne noch teilweise zu entlasten.
Nach ca. 10 Wochen kann mit leichten sportlichen Belastungen wie Radfahren oder Crosstrainer begonnen werden. Danach erfolgt ein schrittweiser Belastungsaufbau, Kontaktsportarten wie z.B. Tennis sind nach 9-12 Monaten realistisch.

Abb. 3 Sog. Walker-Stiefel

Wie läuft die Operation ab?

Hier wird in einer Vollnarkose in Bauchlage die Achillessehne genäht. Es gibt unzählige Operationsmethoden, klassisch offen (Schnitt >10 cm), minimal-offen (Schnitt ca. 6cm) und minimal-invasiv (mehrere kleine Schnitte), die alle Vor- und Nachteile haben. Die Sehne kann nur durch Nähte, nur mit Fibrinkleber oder eine Kombination aus beiden befestigt werden. Der Schnitt kann direkt von hinten, leicht nach innen oder außen versetzt erfolgen.
Wir favorisieren für die meisten Fälle den minimal offenen Zugang von der Innenseite.
Das Entscheidende aller OP-Methoden ist eine stabile Wiederherstellung der Sehne, damit diese früh übungsstabil ist – d.h. der Fuß wird ohne Belastung bewegt – sowie eine Wiederherstellung der Sehnenlänge mit geringer Überkorrektur, da sich die Sehne im Heilverlauf oft leicht verlängert und somit die Kontraktionskraft nachlässt.

Ambulant oder stationär?

Diese Operation wird fast immer stationär durchgeführt, damit eine sichere Mobilisation mit Gehstützen und dem recht „klobigen“ Walkerschuh oder Gips in Spitzfussstellung geübt werden kann. Außerdem ist die Wundheilung in den ersten Tagen essentiell wichtig. In Deutschland beträgt der durchschnittliche stationäre Aufenthalt 4-5 Tage.

Wie geht es nach der Operation weiter?

Die Nachbehandlung ist mindestens genauso wichtig, wie die korrekte Operation!
In diesem Bereich gibt es momentan die größten Entwicklungen, während die OP-Technik während der letzten Jahrzehnte nur wenig verändert wurde.
Klassisch ist die Nachbehandlung ähnlich wie die konservative Therapie für 6 Wochen im Airwalkerschuh mit Entlastung und schrittweise Reduktion der Spitzfußstellung und Vollbelastung nach 6 Wochen.
Grund für diese konservative Nachbehandlung ist die Sorge vor frühen Sehnenrissen und einer Verlängerung der Sehne (Elongation). Aktuelle Studien haben jedoch gezeigt, dass ein Großteil dieser Elongation erst nach 6 Monaten stattfindet und dass eine frühe Belastung diese Sehnenverlängerung und den Muskelverlust am besten verringern kann. (DOI: 10.1007/s00167-015-3795-1)
Nach momentanem Stand ist die Teilbelastung mit 20 kg für 2 Wochen im Schuh bis zum Fadenzug und zur gesicherten Wundheilung mit anschließender Vollbelastung IM Airwalker!! und Beginn von Bewegungsübungen nach 2 Wochen das Nachbehandlungsprotokoll mit den besten Ergebnissen. (DOI: 10.1186/s13018-021-02342-4 )
Details finden Sie in unserem separaten Nachbehandlungsschema.
Bei Schmerzen, Wundheilungsstörungen oder schlechter Sehnenqualität kann die Nachbehandlung länger dauern.

Wann bin ich wieder arbeitsfähig?

Für Bürotätigkeiten oder Homeoffice sind 2 Wochen ausreichend, wenn Autofahren für den Arbeitsweg bei einem rechtsseitigen Achillessehnenriss nötig ist, kann es 7-8 Wochen dauern, praktisch bis zur schmerzfreien Vollbelastung.
Bei körperlich schweren Arbeiten sind 3 Monate und länger möglich.

Wann kann ich wieder Sport treiben?

Leichte kontinuierliche Belastungen wie Hometrainer oder Crosstrainer und Schwimmen sind nach ca. 2 Monaten möglich. Je nach Trainingszustand kann die Rückkehr zum Sport 6 Monate und länger dauern. Die Rückkehr zum Wettkampf, speziell bei Sprung- oder Kontaktsportarten, ist grob nach 1 Jahr realistisch.

Welche Risiken bestehen und wie sind Langzeitergebnisse?

Ein Achillessehnenriss ist ein einschneidendes Ereignis und hat eine lange Nachbehandlungsdauer von bis zu einem Jahr. Für die meisten Alltagsbelastungen und Freizeitsport ist nach dieser Zeit keine Einschränkung mehr zu erwarten. Auch bei optimaler Versorgung und Nachbehandlung verbleibt oft ein Kraftverlust von ca. 10 %. (DOI: 10.2106/JBJS.16.01491 )
Risiken sind in der frühen Phase Wundheilungsstörungen und erneute Risse z.B. durch Sturz. Wundheilungsstörungen sind selten (2-5%), aber können massive Auswirkungen auf den Heilverlauf haben, da die Sehne nur einen sehr dünnen Weichteilmantel als Deckung hat. Von einfacher Antibiotikagabe bis zu erneuten Operationen und plastischen Lappenoperationen kann die Behandlung je nach Schweregrad aussehen. Daher ist es am Anfang wichtig, die Wunde engmaschig ärztlich zu kontrollieren und bei geringsten Anzeichen auch von Seite des Patienten zum Arzt zu gehen.
Als Patient können Sie das Risiko verringern, in dem Sie nicht oder möglichst wenig rauchen, die Wunde nicht direkter Sonneneinstrahlung oder Stauwärme und oder -feuchtigkeit aussetzen. Daher bevorzugen einige Kollegen in der Frühphase einen Gipsschiene statt einem Walker.
Ein weiteres Risiko ist ein erneuter Riss, die Häufigkeit liegt zwischen 4-10 %. Es ist daher wichtig, die Sehne entsprechend unserem Protokoll schrittweise zu belasten und nicht zu früh zu sportlichen Belastungen zurückzukehren, auch wenn Sie schmerzfrei sind.
Zusammenfassend können Sie nach Abschluss der Rehabilitation von 2 Monaten mit guter Alltagsfunktion, nach 3-6 Monaten mit guter Belastbarkeit für leichte Sportarten und mit voller Belastbarkeit nach ca. 9-12 Monaten rechnen.
Ca. 90 % der Patienten haben gute und sehr gute Ergebnisse.

Wir führen diese Operationen regelmäßig durch und beraten Sie gerne hinsichtlich des für Sie besten Vorgehens.
Ihr Ärzteteam des ZON


Sprunggelenksbruch

Dies ist der häufigste Bruch der unteren Extremität. Fast immer kommt es zu einer Verdrehung des Sprunggelenks, entweder durch einfaches Umknicken oder komplexere Verletzungsmuster beim Sport.

Symptome:
Häufig ist das Sprunggelenk deutlich geschwollen und das Laufen ist schmerzhaft. Oft erfolgt eine Vorstellung on der Notaufnahme. Trotzdem kann es bei „einfachen“ Außenknöchelbrüchen vorkommen, dass die Betroffenen erst einige Tage später in die Praxis kommen, wenn die Beschwerden nicht nachlassen.

Diagnostik:
Meist ist ein einfaches Röntgenbild ausreichend. Gelegentlich können für unverschobene oder komplizierte Brüche oder zur Beurteilung von Begleitverletzungnen auch eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) notwendig werden.

Rontgen Fibulafraktur

Stellschraube OSG

Zuggurtung Patella

Therapie:
Da das Sprunggelenk anatomisch komplex ist und die verschiedenen Gelenkpartner wie „Schloss und Schlüssel“ aufeinander abgestimmt sind, führen bereits kleine Verschiebungen zu Fehl- und Überbelastungen des Gelenkknorpels.

Daher können nur unverschobene Brüche und Brüche an der Außenknöchelspitze (Weber-A) mit Entlastung an Gehstützen und einem Gips/Walker für 6 Wochen unter Röntgenkontrolle ohne Operation behandelt werden. Die meisten Brüche, speziell bei jungen Patienten, müssen operiert werden, um Langzeitschäden zu verhindern. Die Operation dient dazu, um den Knochen in anatomischer Position zu fixieren. Die Schrauben oder Platten können nicht das Körpergewicht tragen, daher ist bis zur Knochenheilung nach 6 Wochen eine Entlastung notwendig.

Bei einer Verletzung des Syndesmosenbandes, welches Schienbein und Wadenbein stabilisiert, wird noch eine zusätzliche Stabilisierung durch eine sog. Stellschraube nötig.

Prognose:
Für den Fall einer Stellschraube wird diese nach 6 Wochen ambulant entfernt.

Nach 6 Wochen wird langsam die Belastung gesteigert, Schwellungen und Schmerzen speziell bei Belastung sind noch für einige Monate möglich. Nach Schwellungsrückgang kann die Platte durch die geringe Weichteildeckung im Schuh irritieren. Deswegen ist oft nach 6-12 Monaten eine Metallentfernung nötig. Am Ende dieser Nachbehandlungsphase können können 80-90% sehr gute und gute Ergebnisse erzielt werden. Geringe Bewegungseinschränkungen für Beugung und Streckung können zurückbleiben.

 

Adresse

Zentrum für Orthopädie, Neuro- und Unfallchirurgie im
METROPOL MEDICAL CENTER (MMC)

Virnsberger Straße 75
D-90431 Nürnberg

Kontaktdaten

+49 (0) 911 99904-400

+49 (0) 911 99904-422

http://www.orthopaedie-neurochirurgie.com

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Nützliche Links

Publikationen
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